Nächste Stufe für Kryptowährungen: Wann akzeptiert Amazon Bitcoin-Zahlungen?

Experten sind sich einig, dass die Zukunft von Kryptowährungen entscheidend davon abhängen wird, ob sie als reguläre Zahlung von führenden Online-Händlern akzeptiert werden. Die Zeichen dafür sind nicht schlecht.

Trotz der Euphorie, die die Kryptowährungen in den letzten Monaten ausgelöst haben, sind Bitcoin, Ethereum, Ripple und Co. noch nicht in der so genannten Realwirtschaft angekommen. Abgesehen von einigen (manchmal zwielichtigen) Online-Händlern und einigen weniger dauerhaften Geschäften werden Kryptowährungen nicht als Zahlungsmittel akzeptiert.

Das ist völlig verständlich, wenn man sich die Probleme anschaut, die Kryptowährungen heute für einen Giganten in der Branche wie Amazon machen würden. Es gibt eine enorme Volatilität. Fluktuationen von 20 – 30 Prozent waren in letzter Zeit nicht selten. Die Übernahme würde daher ein beträchtliches Risiko für den Einzelhändler bedeuten. Nun, im Zeitalter der börsengehandelten Bitcoin-Futures wäre eine Absicherung über den Futures-Markt möglich. Aber es wäre mit Transaktionskosten verbunden, die die ohnehin hohen Gebühren für Bitcoin erhöhen würden.

Aber ein anderer Punkt ist eigentlich viel wichtiger: die Transaktionsgeschwindigkeit. Die Bitcoin Blockchain erlaubt derzeit nur sieben Transaktionen pro Sekunde. Für Ethereum ist dieser Wert etwa doppelt so hoch. Amazon meldete im letzten Jahr 600 Transaktionen pro Sekunde auf dem Höhepunkt. Selbst wenn nur ein kleiner Teil der Amazon-Kunden mit Bitcoin oder Ethereum bezahlen würde (und weltweit keine anderen Bitcoin-Transaktionen stattfinden würden), würde der derzeitige Stand der Technik schnell zu unangemessenen Wartezeiten führen.

Aber die Vordenker der Kryptowährungen sagen uns, dass dies nur Kinderkrankheiten sind, die in absehbarer Zeit gelöst werden. Entweder durch Verbesserungen in der Blockchain bestehender Währungen oder durch neue, besser funktionierende Münzen. Ripple zum Beispiel kann heute schon 1500 Transaktionen pro Sekunde aushalten und könnte die Anforderungen von Amazon erfüllen. Für Experten ist es nicht eine Frage von wenn , sondern einfach wenn die großen Einzelhändler die Zahlung in Kryptowährungen akzeptieren. Das wäre der endgültige Durchbruch. Wenn beispielsweise Amazon Bitcoin als Zahlungsmethode akzeptiert, würde dies der digitalen Währung eine Menge Kredit geben.

Wir sind noch nicht so weit, aber es gibt deutliche Beweise dafür, dass die großen Akteure an dem Thema arbeiten. Amazon hat zum Beispiel einige Domains gesichert, die mit Kryptowährung verbunden sind. Starbucks soll bald Kryptowährungen akzeptieren.

Es lohnt sich also, einen Blick darauf zu werfen, wie das Bezahlen mit Bitcoin und Co. aussehen könnte. Ein wahrscheinlicher Weg sind Krypto-Kreditkarten. In der Tat sind diese Kreditkarten heute bereits verfügbar. Drei Anbieter solcher Karten zeichnen uns aus: Die erste ist Monaco, eine Schweizer Firma, die kürzlich mit ihrer ICO 25 Millionen USD gesammelt hat.

Eine weitere ist TenX aus Singapur, die mit ihrer ICO insgesamt 80 Millionen USD einnahm. Und schließlich savedroid aus Frankfurt, das gerade in der Mitte seiner ICO ist und die Einführung einer Kryptokreditkarte angekündigt hat.

Die Krypto-Kreditkarten können heute schon zum Online-Shopping genutzt werden – zumindest theoretisch. Für jede Transaktion müssen die Benutzer jedoch zunächst den Rechnungsbetrag in eine Fiat-Währung umrechnen, bevor sie bezahlen können. Dies macht die Bezahlung teuer und umständlich – so dass heute nur noch wenige Menschen mit Kryptokreditkarten einkaufen. Aber dieses Problem wird verschwinden, sobald die großen Einzelhändler die Zahlung in Krypto akzeptieren. Dann ist das Startsignal abgefeuert worden – für diese neue Zahlungsweise und für die Akzeptanz von Kryptos in der Bevölkerung.

Der Autor des Artikels ist Tobias Zander, Gründer und CTO von Savedroid.

Ausgewähltes Bild von Shutterstock.

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